Ronsdorf im Wandel der Zeiten : 1700 - 1799

 

 

Zeittafel für Wuppertal-Ronsdorf

(einschl. Blombach, Heidt, Konradswüste, Linde)

 

 

Stand: 30.05.2001

 

 

 

 

Um 1700

(WRO). Der spätere Ortskern von Ronsdorf besteht aus vier Höfen mit insgesamt neun Häusern und gehört zur Honschaft Erbschlö, einer von vier Honschaften im Kirchspiel Lüttringhausen, das vom Amt Beyenburg verwaltet wird. Erbschlö ist ein Distrikt aus zahlreichen Rotten und Bauernschaften, die beispielsweise Blombach, Heidt, Holthausen, Marscheid, Sporkert und Stall heißen.

 

1710

(WRO). Eine Urkunde aus dem Hauptstaatsarchiv berichtet von einem Ackerland „Im Büschgen“ („Em Böschken“) als Kirchenacker für Pilger. Die Kapelle, deren Standort nicht genau festliegt, gehörte zur Boxberger Rotte. Die alte Flurbezeichnung ist mit dem Gebiet Lüttringhauser Straße (früher Blaffertsberger Straße), Einmündung Kottsiepen, beschreibbar.

 

1729

(WRO). Die Bauarbeiten zur einklassigen Heidter Schule beginnen und dauern bis 1730. Eine Gedenktafel an dem ehemaligen Schulhaus weckt die Erinnerung: "Hier wirkte der große Pädagoge Friedrich Wilhelm Dörpfeld (08.03.1824-27.10.1893). Ihm zum Gedächtnis wurde diese Tafel am 26.7.1930, dem Tag der 250. Jahrfeier der Dörpfeld-Schule eingeweiht." Seinen Lebensabend verbringt Dörpfeld bei seiner Tochter Anna Carnap in Ronsdorf, wo eine Straße nach ihm benannt ist.

 

1737

(WRO). Unter Leitung von Elias Eller zieht die in Elberfeld um die Prophetin Anna vom Büchel formierte philadelphische Sozietät „der Zioniten“ in das „Neue Zion“ nach Ronsdorf. Die dortigen vier Höfe schließen sich zusammen. Die Siedlung Ronsdorf in der Honschaft Erbschlö entsteht. Elias Eller gründet eine Florettbandwirkerei.

 

23.10.1741

(WRO). Dank ausgezeichneter Beziehungen zum Berliner Hof bekommt Elias Eller die Erlaubnis zur Gründung einer reformierten Gemeinde und zum Kirchbau in Ronsdorf.

 

1743

(WRO). Weber Johannes Herbergs (1717-1789) zieht aus Waldniel in das „Städtchen Zion“, wählt Elias Eller zum ersten Bürgermeister Ronsdorfs mit und wird Mitglied des Magistrats und des Konsistoriums (Presbyterium) der reformierten Kirchengemeinde. Dreimal reist Herbergs über den Atlantik nach New York und Pensylvanien. Dort unterzeichnet er 1779 als Ratsmitglied „John Herbergs“.

 

13.12.1745

(WRO). Der Bergische Landesherr, Kurfürst Karl Theodor, verleiht der Siedlung Ronsdorf die Stadtrechte. Die Honschaft Erbschlö kommt aus dem Amt Beyenburg hinzu.

 

1746

(WRO). Elias Eller wird zum Königlich Geheimen Rat, zum preußischen Agenten und Residenten und Vorsteher aller Protestanten in Jülich, Cleve, Mark und Berg ernannt.

 

1747

(WRO). Elias Eller wird Bürgermeister. Ronsdorf erhält Besuch vom Kurfürsten Karl Theodor.

 

1747

(WRO). Bebauungsplan Ronsdorfs: Alle Häuser sollen radial zum Hause Elias Ellers, zur sogenannten Stiftshütte, angelegt werden.

 

02.08.1747

(WRO). Churfürst Carl Theodor und seine Gattin besuchen Ronsdorf und erleben auf dem Scheibenfeld zwischen der heutigen Elias-Eller-Straße und der Kurfürstenstraße ein Fest zu Ehren des Landesherrn, das als erstes Schützenfest in die Chronik eingeht. Auf dieses Datum geht die Gründung der Ronsdorfer Schützengesellschaft zurück.

 

1749

(WRO). Elias Eller vom preußischen König zum „Agenten und Vorsteher der protestantischen Glaubensgenossen in Jülich-Berg’schen Landen ernannt.

 

1749

(WRO). Erster katholischer Gottesdienst seit der Reformation in Ronsdorf gefeiert.

 

1749

(WRO). Erster Postbote in Ronsdorf berufen. Zwischen der Stadt Ronsdorf und der Erbschlöer Honschaft gibt es Streitigkeiten wegen der Entschädigung dieses Botens.

 

Um 1750

(WRO). Die ersten Familien siedeln sich auf dem „Neuen Land“, westlich der Barmer-/Elias-Eller-Straße, an. Zwischen 1743 und 1746 entstehen auf der ehemaligen Fläche des Gutes Baur zwanzig Häuser.

 

16.05.1750

(WRO). Beim Tode Elias Ellers zählt die Stadt Ronsdorf 785 Einwohner.

 

1751

(WRO). Die Landesregierung in Düsseldorf verpachtet die Kameralmühle Leyermühle an die Stadt Ronsdorf.

 

1751

(WRO). Johnann Werner Knevels, Kandidat der reformierten Theologie, gibt ein Buch mit dem Titel „Geheimnis der Bosheit der Ellerianischen Secte zu Ronsdorf im Herzogthum Berg, worinnen derselben Irrtümer, Ursprung, Wachstum und Verfall entdeckt werden“ heraus.

 

1751

(WRO). Erste Erwähnung einer Apotheke in Ronsdorf.

 

11.02.1752

(WRO). Daniel Schürmann auf dem Heidt geboren. Dem Pädagogen ist später der Begriff „Schürmanns Rechenbuch“ zu verdanken.

 

1757

(WRO). Johann Peter Flieter wird als vertraglich konzessionierter Postbote bestellt.

 

1761

(WRO). Den lutherischen Christen wird bei Strafandrohung verboten, eine öffentliche Schule zu betreiben. Nur die Beschäftigung eines Privatlehrers wird von der Regierung erlaubt.

 

1761

(WRO). Johann Peter Carnap übernimmt den konzessionierten Postbotendienst.

 

1768

Evangelisch-lutherische Christen wollen eine Kirche in Ronsdorf bauen, weil ihnen der Weg nach Lüttringhausen zu weit ist.

 

.06.1768

(WRO). Der Kirchmeister der Pfarrei Lüttringhausen bescheingt den Bürgern auf dem Heidt, dass ihre Schule seit mehr als 80 Jahren besteht.

 

24.10.1775

(WRO). Den Lutheranern in Ronsdorf wird die Genehmigung zur Wiedereinrichtung einer öffentlichen Schule erteilt, nachdem die Reformierten Protestanten in einem jahrelangen Streit Konkurrenz zu ihrer Schule verhindert wollten.

 

1776

(WRO). Die Barmer Bleicher befürworten die Erteilung des Bleichrechts für Ronsdorf.

 

1776

(WRO). Im Garten der Erben Motte an der heutigen Lüttringhauser Straße wird die erste lutherische Schule errichtet.

 

1776

(WRO). Die reformierte Kirchengemeinde erwirbt von Peter Trapmann ein Grundstpück an der heutigen Kurfürstenstraße zum Bau eines Pfarrhauses.

 

1776

(WRO). Johann Bolckhaus baut am Ronsdorfer Markt ein Geschäftshaus, das später in den Besitz der Firma J.H. vom Baur Sohn über geht, aber beim Bombenangriff am 30.05.1943 zerstört wird.

 

1776

(WRO). In Ronsdorf werden 132 Häusergruppen gezählt, ohne Honschaften, wovon 107 reformierten, 23 lutherischen und zwei katholischen Bürgern gehören.

 

1777

(WRO). Das Pastorat der reformierten Kirchengemeinde an der Kurfürstenstraße 6 wird als repräsentatives Bürgerhaus mit formschönem Giebel und Freitreppe errichtet.

 

1777

(WRO). Im Garten der Erben Motte an der heutigen Lüttringhauser Straße wird eine lutherische Schule eröffnet.

 

1782

(WRO). Das Bleichrecht der Ronsdorfer wird durch Einspruch der Elberfelder Kaufleute wieder zu Fall gebracht.

 

1784

(WRO). Verwalter und Rentmeister des Amtes Beyenburg verlegen ihren Sitz nach Ronsdorf.

 

26.04.1789

(WRO). Gründung der lutherischen Gemeinde Ronsdorf nach Erlaubnis durch Kurfürst Carl Theodor, Herzog von Berg. Alle Lutheraner im Umkreis von einer halben Stunde sollen zur Gemeinde gehören. Die Lüttringhauser waren damit nicht einverstanden und brachten einmal gar eine Leiche von Ronsdorf in ihre Gewalt.

 

06.07.1790

(WRO). Grundsteinlegung zum Bau der evangelisch-lutherischen Kirche.

 

22.09.1791

(WRO). Korrektur der Gebietszuweisung für die neue lutherische Kirchengemeinde. Mit 444 Gliedern hat die Gemeinde nur noch 20 Prozent der ursprünglichen Gliederzahl.

 

24.11.1793

(WRO). Fertigstellung der lutherischen Kirche nach dreijähriger Bauzeit. Der Turm mit spitzem Helm wird erst 1824 fertiggestellt.

 

1794

(WRO). Bau der Landstraße Ronsdorf - Lennep.

 

1795

(WRO). Gottfried Benninghoven, Elias Rosenthal (späterer Maire (1805-1813) und Bürgermeister von Ronsdorf) und Sebulon Halbach gründen ‘im Boekel’ eine Branntwein-Brennerei. Auflösung 1858.

 

1799

(WRO). Gebietsstreit zwischen Ronsdorf und Lüttringhausen durch churfürstliches Dekret beigelegt.